Das 17. Filmfest St. Anton ging am Samstag, den 23.8., mit der Verleihung
des mit 2600 Euro dotierten und von den Arlberger Bergbahnen gestifteten
St. Anton-Spezialpreises zu Ende. Dieser ging an die Polin Eliza Kubarska
für den Film „What happened on Pam Island“. Die Verleihung des Preises
wurde wie folgt begründet:
In „What happened on Pam Island“ reist ein Paar von polnischen Alpinisten,
Eliza Kubarska und David Kaszilowski, zu den Fjorden des südlichen
Grönlands, um die höchste unmittelbar vom Meer aufsteigende Felswand der
Welt zu durchklettern. Die über 1500 Meter hohe und fast senkrechte Wand
ist für die beiden Alpinisten nur mit dem Kajak zu erreichen. Die
unbewohnte archaische Landschaft ist heftigen Stürmen ausgesetzt, die
sowohl den Rückzug aus der von Steinschlag bedrohten Wand wie auch den
Rückzug über das Meer leicht zu einem lebensgefährlichen Unterfangen
werden lassen. In dieser Umgebung, die in Landschaftsbildern von bizarrer
Schönheit wie von großer Düsternis filmisch eingefangen wird, entwickelt
sich im Film ein komplexes Beziehungsgeschehen. Die mit der Besteigung
verbundenen Anstrengungen und die extreme Ausgesetztheit an Naturgewalten
führen die beiden als Alpinisten wie als Liebespaar immer wieder an ihre
Grenzen. Im Hinblick auf die folgenreichen Entscheidungen, die sie treffen
müssen, sind sie auf das eine wie das andere Mal gezwungen, sich mit ihren
Rollen als Partner in einer Liebesbeziehung wie auch als Menschen, die
sich zusammengetan haben, ein überaus schwieriges alpinistisches Ziel zu
bewältigen, auseinanderzusetzen. Schlussendlich bewältigen sie als erst
zweite Seilschaft überhaupt die gewaltige Wand und begegnen den in ihrer
Beziehung sich auftuenden Problemen und Ambivalenzen mit Würde. Sie sind
im Film ein starkes und reifes Paar, Eliza Kubarska und David Kaszilowski,
und so haben sie am Abschlussabend des 17. Filmfest St. Anton den Preis
für ihren Film über die Schönheit und Fremdheit der Welt und die Schönheit
und Komplexität der Liebe entgegen genommen.
In der Gunst des Publikums lag der Film „Soultrip Argentina“ von Martin“
McFly“ Winkler und Hanno Mackowitz über Freeride-Abenteuer in Argentinien
vorne und ist damit Gewinner des vom Mooserwirt gestifteten „Mooscar‘“.
Knapp in der Publikumswertung dahinter lag Eduardo Gellners filmische
Darstellung des bisher noch nicht von Erfolg gekrönten Versuches der
Südtiroler Martin und Florian Riegler die Villnösser Rotwand frei, ohne
technische Hilfsmittel zu durchsteigen („Zwei Brüder .- Zwölf
Seillängen“).
Bild: Preisverleihung beim 17. Filmfest St. Anton
Von links nach rechts: Eva Steinlechner (Arlberger Bergbahnen), Stefan
König (Filmfest), David Kaszilowski und Eliza Kubarska (Darsteller und
Preisträgerin), Martin Ebster (TVB St. Anton)
Foto: Christian Flatz, Filmfest


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